Bericht zum Robotik-Wettbewerb 2017

Bericht zum Robotik-Wettbewerb 2017

An diesem besonderen Mittwoch, den 17. Mai haben sich zahlreiche Zuschauer in der Sporthalle eingefunden, um den ersten Robotik-Wettbewerb des Lycée Français Victor Hugo mitzuerleben.

Mit nicht weniger als 30 Robotern am Start hat das Homologationsteam alle Hände voll zu tun: Thibault, Romain, Armelle et Julien überprüfen, ob alle Roboter den Regeln entsprechen. Die Roboter müssen sich selbständig fortbewegen und die vorgegebenen Dimensionen einhalten. Verstöße werden jedoch nur maßvoll bestraft, denn bei diesem Wettbewerb geht es in erster Linie darum, dabei zu sein und Spaß zu haben.

Was das “Gehäuse“ der Roboter betrifft, so hat das Motto “Die Eroberung des Weltraums“ die Teilnehmer zu ganz besonders kreativen Ideen animiert. Die Jury für den Design-Preis nimmt sich für die Begutachtung so schöner Modelle wie dem von den Umlaufbahnen der Planeten inspirierten “Tourbillon galactique“ – (Weltraumsturm), dem edlen Wall-E aus dem gleichnamigen Film oder dem lustigen “Bus de l’espace“ (Weltraumbus) jede Menge Zeit. Auch das von einem Sechstklässler gebaute Lego-Modell mit dem Propeller auf dem Kopf wird allseits sehr bewundert.

Der Roboter « Tourbillon galactique » wird von der Jury für den Designpreis unter die Lupe genommen.

Der Roboter « Tourbillon galactique » wird von der Jury für den Designpreis unter die Lupe genommen.

Bevor es an den Start geht, ziehen die Schüler speziell für den Anlass bedruckte T-Shirts über. Das Logo dafür wurde von Mathilde gezeichnet. Einem außergewöhnlichen Ereignis gebührt auch eine außergewöhnliche Logistik: Die Rennen werden auf Großbildschirme übertragen und Nicolas und Ulysse kümmern sich um den Sound. Unsere Moderatoren Raphaëlle und Nathan, zwei Schüler aus der 11. Klasse, führen das Publikum mit Bravour durch den Tag. All diese Schülerinnen und Schüler haben mit ihrem Technik-Lehrer Christophe Bouvet an dem Robotik-Wettbewerb 2016 in La Flèche (Sarthe, Frankreich) teilgenommen. Begeistert von dieser Erfahrung haben sie sich mit ihrem ehemaligen Lehrer ins Abenteuer gestürzt und für 2017 einen ähnlichen Wettbewerb am LFVH organisiert.

Der Roboter von Clément

Der Roboter von Clément

Auch unsere Grundschulkinder waren da, um die Show zu sehen. Clément, 9 Jahre, ist gefesselt. Auf die Frage, ob er auch gerne einen Roboter bauen würde, antwortet er begeistert: “Ja, ich habe schon zwei Roboter zu Hause! (…) Ich habe ein Heft, aus dem ich Seiten ausreiße, um Pläne zu zeichnen. (…) Ich möchte Ingenieur werden.“ Und gleich macht er sich daran, den Roboter aus seiner Fantasie zu zeichnen: Er hat Lichter, bewegliche Arme, eine Antenne und einen Schutzschild um Hindernisse zu überwinden.

Auch Ältere sind da, so wie Herr Ollagnier, ehemaliges Mitglied der “Assemblée des Français de l’Etranger“, der sich gemeinsam mit seiner Frau zu Gunsten der Erbauung des LFVH eingesetzt hat, und der heute als Schiedsrichter fungiert. Ganz begeistert gratuliert er Christophe Bouvet zu dieser Veranstaltung: “Genial, was Sie hier auf die Beine gestellt haben!“.

Das von « Wall-E » inspirierte Team, 2. Preis in der Kategorie “Design“

Das von « Wall-E » inspirierte Team, 2. Preis in der Kategorie “Design“

Annabel, Lou, Lily Lou, Ricardo und Joséphine haben gerade die Homologation ihres Roboters Wall-E bestanden. “Wir haben alles aufs Design gesetzt“, erklären sie. “Wir haben viele Stunden gearbeitet, im Unterricht aber auch außerhalb der Unterrichtsstunden um diesen Roboter zu bauen. (…) Toll war, dass wir alle Freiheiten hatten. Wir haben ein Thema bekommen und daraus konnten wir machen, was wir wollten. (…) Wir waren uns nicht immer einig, wir mussten auch miteinander diskutieren. “ Die Mühe hat sich gelohnt, denn ihr Wall-E erhält den zweiten Preis in der Design-Kategorie.

“Dr. No“ des Georg-Büchner Gymnasiums in Bad Vilbel

“Dr. No“ des Georg-Büchner Gymnasiums in Bad Vilbel

Unter den Teilnehmern befindet sich auch ein Team des Georg-Büchner Gymnasiums in Bad Vilbel: Die 3 Schüler aus der 11. Klasse haben sich der Herausforderung gestellt, obwohl nur einer unter ihnen französisch spricht. Die Karosserie ihres Roboters, den sie “Dr. No“ getauft haben, besteht aus Recycling-Materialien, zum Beispiel aus Schokoriegel-Verpackungen. Damit wollen Sie ihrer Überzeugung Ausdruck verleihen, dass die Verschmutzung unseres Planeten ein Ende haben muss. Die Steuerung des Roboters funktioniert über einen Labtop.

Beim Mittagessen in der Sonne auf der Terrasse des Lycée können sich alle nochmal entspannen… bevor die Liste der Roboter bekannt gegeben wird, die am Nachmittag an den Start gehen dürfen – mit so erfinderischen Namen wie Esteban la banane (Esteban die Banane), Jean-Patrick oder Tortue russe à moustaches (Russische Schildkröte mit Schnurrbart)!

Es gibt drei verschiedene Parcours: Einer besteht aus einer geraden Linie, die durch eine Holztür führt, der andere hat eine Steigung, und der Letzte ist eben aber mit zwei Kurven. Der Bau der Parcours stellt die größte Investition dar, die das Lycée, dank der Unterstützung insbesondere der Firma Continental, für diesen Wettbewerb getätigt hat.

Die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler ist offensichtlich: Die Teams sind voll im Wettbewerbsfieber: Begeistert drängen sie sich rund um den Parcours, auf dem ihr Roboter unterwegs ist, feuern ihn an, nehmen noch schnell eine allerletzte Reparatur vor … Gleichzeitig herrscht ein wunderbarer Teamgeist und eine Stimmung, die von Kooperation und Fairplay gegenüber den Wettbewerbsgegnern geprägt ist.

Im Viertelfinale ist “Dr. No“ dank seiner Schnelligkeit einer der Favoriten für das Challenge Nr. 1. Bei den Konkurrenten, die noch im Rennen sind, steigt die Spannung. Doch, wie bei jedem Wettbewerb, gibt es auch beim Robotik-Wettbewerb des LFVH eine Überraschung: Im Halbfinale kommt der Roboter des Bad Vilbel-Teams von der Spur ab.

Der Sieg von Gravité interstellaire im Finale

Der Sieg von Gravité interstellaire im Finale

Im Finale gibt es schließlich ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen “1156*“ und “Gravité interstellaire“.  Letzterer absolviert den Parcours in einem wunderbar regelmäßigen und kraftvollen Durchlauf und hängt damit seinen Konkurrenten 1156 ab: Ombeline, Cordélia, Alice, Carlota, Adam und Ludovic fallen sich in die Arme. Das Team aus der 9. Klasse 3 des LFVH ist überglücklich!

Auch beim Challenge 2 gibt es mit dem Sieg des Roboters “EV-33“ der Sechstklässler und unermüdlichen Mitglieder des “Club Techno“ des LFVH, Carole, Nicolas, Lionel, Nathan, Adrian und Alain, eine Überraschung. Das Challenge Nr. 3 gewinnt der Roboter “Space Lights“, den Augustin, Lea, Melina und Sarah aus der 9. Klasse 1 entwickelt und gebaut haben.

Sieger in der Kategorie “Design“ wurde der Roboter “Tourbillon galactique“ von Mathilde, Thomas, Anaé, Mariam, Ines und Romain aus der 8. Klasse 3.

Beim Abschied fragen wir noch Maximilian, Till, Elijah und Nils (vom Georg-Büchner Gymnasium), ob sie nächstes Jahr wieder mitmachen wollen?  Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: “Auf jeden Fall!“*

 

*Ariel, Apolline, Eléonora, Félix (9. Klasse 2)

Mehr Infos dazu :

Artikel der Frankfurter Allgemeine Zeitung : „Galaktisch gute Girls„, 22.05.2017, Holger Appel, FAZ Technik und Motor

Der Facebookseite des Robotik-Wettbewerbs