Vorbeugung gegen Suchverhalten

Vorbeugung gegen Suchverhalten

Info-Tage zur Vorbeugung gegen Suchtverhalten in den Klassen der 9. und 10. Jahrgangsstufe.
Alkohol, Tabak, andere Drogen
von Véronique CHAMONIN, Krankenschwester des LFVH

 

Im Rahmen seines Bildungs- und Erziehungsauftrages und insbesondere der Gesundheits- und Vorsorgeerziehung trägt das Lycée Français Victor Hugo Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Schüler und Schülerinnen.

Unser Ziel ist es, diese bestmöglich auf ein Leben als junge Erwachsene und verantwortungsbewusste Menschen vorzubereiten. Selbstverständlich spielt die Schule neben den Eltern und der Familie nur eine ergänzende Rolle bei der persönlichen und sozialen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, die uns anvertraut sind.

Vor diesem Hintergrund versuchen wir die Schüler und Schülerinnen jedes Jahr über gewisse Gefahren aufzuklären, sei es im Bereich des Sexuallebens oder des Konsums suchterzeugender Substanzen wie zum Beispiel Alkohol, Tabak, Cannabis oder andere Drogen, indem wir ihnen ihrer Altersgruppe entsprechend angepasstes Informationsmaterial über Vorbeugung und Risiken zur Verfügung stellen.

Diese Informationen sollen :

  • den Kindern objektiv Fakten und wissenschaftlich fundierte Kenntnisse vermitteln
  • sie auf die Risiken von Drogenkonsum aufmerksam machen und ihre Wahrnehmung sensibilisieren
  • ihnen eine Übersicht über Informationsquellen, Hilfs- und Unterstützungsangebote innerhalb und außerhalb der Schule zu geben.
  • den Schülern und Schülerinnen die zwischenmenschlichen, juristischen und sozialen Auswirkungen und Konsequenzen von Drogenkonsum aufzuzeigen.
  • sie beim Nachdenken über den Sinn der Gesetzgebung im Bereich Drogenkonsum und die Einhaltung dieser Gesetze begleiten.
  • ihre Kritikfähigkeit entwickeln, insbesondere in Bezug auf die Vorbilder, die sie aus den Medien kennen.

Dieses Jahr (2015-2016) hatten Herr Lopès und ich das Glück, bei unserer Aufklärungsaktion von der Krankenschwester  Frau Sophie Giacomini  vom CIRDD (centre d’information régionale sur les drogues et les dépendances – regionales Informationszentrum für Drogen und Abhängigkeiten) unterstützt zu werden. Wir haben Frau Giacomini, die in Straßburg und Umgebung Informationsvorträge zum Thema Drogen und ihre Risiken vor Schulklassen hält, anlässlich eines 5-tägigen Lehrgangs über “Vorbeugung von Suchtverhalten“, an dem wir im Rahmen unseres beruflichen Fortbildungsprogrammes teilgenommen haben, kennengelernt. Wir haben also die Gelegenheit ergriffen und Frau Giacomini vorgeschlagen, auch unsere Schule zu besuchen. Sie ist unserer Einladung freundlich gefolgt, und so kam es, dass wir sie Mitte Dezember für die 9. Klassen und Anfang Februar für die 10. Klassen zu einer Informationsveranstaltung bei uns begrüßen durften. Vor den 9. Klassen sprach Frau Giacomini hauptsächlich über Alkoholkonsum, während ihre Rede vor den 10. Klassen sich in erster Linie auf den Konsum von Cannabis konzentrierte, jedoch ohne die Themen Alkohol und Tabak ganz außer Acht zu lassen.

 

Bei den 10. Klassen stützten sich die Aufklärungsarbeit und die Gespräche auf Plakate. Zuerst gab es ein Brainstorming zu dem Begriff “Drogen“, bei dem jeder Schüler und jede Schülerin zum Ausdruck bringen sollte, was ihm/ihr bei diesem Begriff durch den Kopf schoss. Anschließend wurde die Übung in Gruppen von 5 bis 6 Schülern fortgesetzt.

Dabei sollte jede Gruppe eine der folgenden Fragen bearbeiten:

  • Gesetze
  • Risiken
  • Substanzen und ihre Wirkungen
  • Gründe für die Einnahme dieser Substanzen

Jede Gruppe hatte ein Blatt Papier, auf dem sie das “Wissen der Gruppe“ und die “Fragen der Gruppe“ aufschreiben sollte.

Jede Gruppe hatte 20 Minuten Zeit, um miteinander zu diskutieren und diese Fragen zu erörtern. Anschließend kamen die Gruppen wieder zusammen und diskutierten über das Wissen, das jede Gruppe in die Diskussion einbrachte und die Fragen, die sich ihnen stellten.

Nach jeder Sitzung hatten die Schüler und Schülerinnen Feedback-Formulare auszufüllen.

Da die Aufklärungsarbeit zur Suchtprävention Teamwork zwischen der Schulkrankenschwester, den Mitarbeitern des Schullebens (Vie scolaire) und den Eltern sein sollte, erschien es uns wichtig, auch den Eltern einige Antworten und Fakten zum Nachdenken in die Hand zu geben.

Daher hatten wir, zusätzlich zu den Einsätzen von Frau Giacomini, das Vergnügen, am Montag, den 8. Februar den Suchtpsychiater  Dr. Jean Philippe Lang, der am Universitätskrankenhaus Straßburg tätig und Präsident des CIRDD ist, zu einem Vortragsabend für die Eltern bei uns begrüßen zu dürfen. Dabei schilderte er auf umfassende Weise das  Suchtverhalten von Jugendlichen und beantwortete im Anschluss alle Fragen der Eltern.

Insgesamt kann man sagen, dass sich alle, Kinder und Eltern, sehr interessiert zeigten und mit den Informationsveranstaltungen zufrieden waren. Herr Lopès und ich hoffen sehr, dieses Programm im nächsten Jahr wiederholen zu können. Auch Herr Dr. Lang erklärte sich gerne bereit, anlässlich unserer nächsten Informationsreihe zum Thema Suchtprävention wieder einen Vortrag vor den Eltern zu halten.